VIEL GUT ESSEN | Schauspiel Köln

Viel Gut Essen
Foto: David Baltzer
Viel Gut Essen
Foto: David Baltzer

Sibylle Berg hat ein Stück über die Rolle des Mannes im Jahre 2014 geschrieben. Es ist ein Monolog geworden mit skurrilen Einlagen. Ein moderner Beckett ...

... mit der Besonderheit, dass der Zuschauer entweder einen Monolog oder dessen groteske chorische Kommentierung wahrnehmen kann, je nachdem auf welche Seite der Zufall ihn platziert. Den Monolog spielt Yuri Englert auf der einen Seite der Bühne. Seine virtuose Verkörperung von Verunsicherung beinhaltet dessen Wut auf (ihn) verlassende Mütter und Ehefrauen sowie prügelnde Migranten. Auf der anderen Seite bebildert ein Chor aus vier Schauspielern das Gesagte. Mit überzogenen Gesten und mit Haarteilen, mit Nacktanzügen und Stammtischparolen. Zwischen beiden Welten, mal hier mal dort über die Bühnenabtrennung kletternd, Punklegende Jens Rachut, der sich singend nach dem Verbleib seiner Eier erkundigt. Ein ganz schönes Knäuel aus Schuldzuweisungen und Rollenbildern, in das auch die Hauptfigur (ganz bildhaft durch das Nachzeichnen der nicht existenten Wohnungseinrichtung durch einen Faden) zwanghaft Ordnung zu bringen sucht. Bei aller Schrillheit dennoch eine einfühlsame Momentaufnahme moderner Sinnsuche.

ah

Dienstag, 09.12.2014

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