Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

La Bohème

La Bohème - Oper Köln
Foto: Paul Leclaire
La Bohème - Oper Köln
Foto: Paul Leclaire

Oper - Giacomo Puccini

Giacomo Puccini (1858 - 1924): La Bohème. Das Leben der Boheme von Henri Murger in vier Bildern
Libretto: Giuseppe Giacoso und Luigi Illica
Uraufführung: Teatro Regio Turin, 1896
Der Beginn des überwältigenden Erfolges dieser Oper auf den Bühnen in aller Welt ist mit zwei Namen verbunden, mit dem Arturo Toscaninis, der sie seit der Uraufführung immer wieder dirigierte, und mit dem Enrico Carusos, dem berühmtesten Vertreter der Partie des Rodolfo bis heute. In dieser Rolle hatte er 1900 sein Debüt an der Mailänder Scala gegeben und damit seinen eigenen Weltruhm ebenso wie den dieser Oper begründet.

"Zärtlicheres gab es auf Erden nicht, als den Zwiegesang aus einer modernen italienischen Oper [ ... ] - als diese bescheidene und innige Gefühlsannäherung zwischen der weltberühmten Tenorstimme, die so vielfach in den Alben vertreten war, und einem glashell-süßen kleinen Sopran - als sein Da mi il braccio, mia piccinia und die simple, süße gedrängt melodische kleine Phrase, die sie ihm zur Antwort gab". Hans Castorp, die Hauptfigur in Thomas Manns Roman "Der Zauberberg", lauscht schon vor dem Frühstück "mit gefalteten Händen" dem Liebesduett am Ende des 1. Bildes von Puccinis Oper "La Bohème", das gesungen von Enrico Caruso und Nellie Melba (deren Namen im Roman allerdings nicht auftauchen) aus dem Grammophon ertönt. "Fülle des Wohllauts" ist dieser Abschnitt des Romans überschrieben, der im Todesjahr Puccinis erstmals erschien.

Handlung
Die vier Bilder der Oper zeigen kein individuelles Geschehen, das sich stringent entwickelt, von einer anfänglichen Konstellation, über eine allmähliche Steigerung hin zu einem glücklichen oder katastrophalen Ende. Gezeigt werden vielmehr entsprechend der Romanvorlage Facetten bzw. Momente aus dem Leben eben der Bohème, einer gesellschaftlichen Subkultur, die die Konventionen des Bürgertums missachtend einem ausgeprägten Hedonismus frönt. Ihre Protagonisten sind Künstler, denen Anerkennung und ökonomische Erfolge weniger bedeuten als die Gemeinschaft Gleichgesinnter, und Frauen, die sich nicht dem Zwangskorsett einer bürgerlichen Ehe unterwerfen wollen.

Erstes Bild
Eine Mansarde mit einem großen Fenster, durch das man die schneebedeckten Dächer von Paris sehen kann. Weihnachtsabend
Die drei Freunde Colline, der Philosoph, Marcello, der Maler, und Schaunard, der Musiker, verlassen nach einer Auseinandersetzung mit dem Hausbesitzer Benoît in übermütiger Laune ihr bescheidenes Quartier unter dem Dach, um den heutigen Weihnachtsabend im Quartier Latin, und zwar im Café Momus, ihrem Stammlokal, zu feiern. Zurück bleibt der Dichter Rodolfo, der vierte in ihrem Freundschaftsbund; er verspricht nachzukommen, sobald der Zeitungsartikel fertig sei, an dem er gerade arbeitet. Es klopft, und vor der Tür steht eine junge Frau im Dunkeln, denn der Wind hat ihre Kerze ausgeblasen. Vom ersten Augenblick an ist Rodolfo von der zarten Schönheit seiner neuen Nachbarin tief beeindruckt. Wiederholt verlöschende Kerzen und die dadurch entstehende Dunkelheit, ein verlorener Schlüssel, eine Portion männlicher Ritterlichkeit und mädchenhafter Koketterie, durch diese Momente entsteht Zuneigung zwischen den beiden jungen Menschen. Die Trivialliteratur liefert die Muster: Im Mondlicht finden sich ihre Hände (Che gelida manina). Verwirrt lässt sich die schöne Unbekannte in einen Sessel fallen. Jetzt stellt sich Rodolfo ihr vor (Chi son? Sono un poeta), und umgekehrt nennt sie ihm ihren Namen (Mi chiamano Mimì). Es bleibt den Beiden nur ein kurzer Augenblick verliebter Zweisamkeit (O soave fanciulla). Dann müssen sie den ungeduldig rufenden Freunden ins Café Momus folgen.

Zweites Bild
Später am gleichen Abend außerhalb des Café Momus im Quartier Latin; das Café ist so voll, dass die Gäste an den Tischen außerhalb untergebracht werden müssen. Um sie herum schreien Straßenhändler aus voller Kehle ihre Waren aus.
Auf dem Weihnachtsmarkt kauft Rodolfo ein rosa Häubchen für seine Mimi. Sie finden die Freunde und setzen sich zu ihnen. Eine kleine "Feier" wird inszeniert, um Mimi in den Kreis der Freunde aufzunehmen. Ein auffallendes Paar betritt die Szene. Es ist die prächtig gekleidete Musetta, eine ehemalige Geliebte Marcellos, am Arm ihres aktuellen Galans, des alten und aufgeblasenen Alcindoro di Mitonneaux. Kaum hat Musetta ihren ehemaligen Freund erblickt, beginnt sie ganz ungeniert unter den Augen Alcindoros mit Marcello zu flirten (Quando m'en vo). Dieser ist schnell wieder an seiner "Ehemaligen" interessiert. Man verabredet, den Alten loszuwerden, inszeniert eine kleine Komödie mit einem Schuh, der angeblich drückt, und schickt ihn mit dem Auftrag weg, für Musetta ein paar neue Schuhe zu besorgen. Als er verschwunden ist, wollen sich auch die Freunde mit ihren beiden Frauen aus dem Staube machen. Im lärmenden Trubel der Menge, die den Zapfenstreich der aufmarschierenden Soldaten verfolgt, tragen Colline und Marcello die nur mit einem Schuh versehene Musetta davon. Als Alcindoro zurückkehrt, ist nicht nur seine Geliebte verschwunden, er sieht sich darüber hinaus auch noch mit einer hohen Rechnung konfrontiert, die nach Anweisung Musettas auch das von den Freunden Verzehrte einschließt. So bleibt er als in doppelter Hinsicht Geprellter zurück.

Drittes Bild
An der Barrière d'Enfer, einer der Zollschranken von Paris. Innerhalb der Schranken steht das Zollhäuschen und eine Schenke, an der ein zweckmässig bearbeitetes Gemälde von Marcello als Schild hängt. Es ist Februar, sehr zeitig am Morgen und alles ist mit Schnee bedeckt.
Auf den Weihnachtsabend sind Wochen wechselnden Glücks für die beiden Paare - Marcello und Musetta, Rodolfo und Mimi - gefolgt. Marcello hat seit einiger Zeit mit Musetta in einer Schenke nahe der Barrière d'Enfer Quartier bezogen, wo sie beide Arbeit gefunden haben. Dorthin kommt Mimi in der trostlosen Frühe eines Februarmorgens, um bei Marcello Rat zu suchen: Ihr Verhältnis zu Rodolfo ist stark belastet durch dessen Misstrauen und Eifersucht. Im folgenden Gespräch zwischen Rodolfo und Marcello, dessen Zeugin die versteckte Mimi ist, kommt zwar diese Eifersucht auch zur Sprache, deutlich wird aber auch, dass Rodolfos größte Sorge der immer schwächer werdenden Gesundheit der Geliebten gilt, ihrem beängstigend hartnäckigen Husten, der sich in seinem kalten Zimmer täglich verschlimmert. Marcello meint dennoch, in diesem Fall sei es das Beste, sich zu trennen. Er selbst entzweit sich - eines vermeinten anderen Liebhabers wegen - mit seiner Musetta. Während des einigermaßen grotesken Streits zwischen diesen beiden, nehmen Rodolfo und Mimi schweren Herzens Abschied voneinander (Donde lieta usci). Ganz trennen, so versprechen sie einander, werden sie sich aber nicht eher, als "bis rings die Blumen blühn".

Viertes Bild
Die Mansarde des ersten Bildes. Einige Monate später
Weder Marcello noch Rodolfo haben in den vergangenen Monaten etwas von den beiden Frauen gehört. Aber ihre Gedanken schweifen immer wieder zurück, und wenn sie sich unbeobachtet glauben, hängen sie ihren Träumen nach und betrachten die kleinen Erinnerungsstücke, die ihnen aus den Zeiten ihres Liebesglücks geblieben sind. Mitten in die halb wehmütigen, halb ausgelassenen Erinnerungen hinein platzt Musetta, in ihrer Begleitung die todkranke Mimi, die sich vor Erschöpfung kaum mehr auf den Beinen halten kann. Rodolfo bettet die geliebte Frau auf ein Lager. Die Freunde und Musetta kratzen ihre letzten Mittel zusammen, um für die Kranke Medizin und einen Doktor zu besorgen und um ihr den so sehnlich gewünschten Muff schenken zu können. Dafür nimmt Colline wehmütig Abschied von seinem langgedienten Mantel (Vecchia zimarra, senti), den er im Pfandhaus beleihen lassen will. Für eine Weile sind Mimi und Rodolfo allein, und Mimi nimmt die Gelegenheit wahr, den Freund ein letztes Mal ihrer unverbrüchlichen Liebe zu versichern (Sono andati? Fingevo di dormire). Allmählich kehren die Freunde zurück. Aber alle ihre Bemühungen waren umsonst. Ein letztes Mal schlägt Mimi die Augen auf, erkennt mit erlöschender Freude den Muff und schläft sanft hinüber. Rodolfo wird vom Schmerz überwältigt.



Inszenierung: Michael Hampe

Dr. Hans Gerhard Neugebauer

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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019 19:30 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln