Staatenhaus am Rheinpark, Saal 1

Die Soldaten

Die Soldaten | Staatenhaus
Foto: Paul Leclaire
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Foto: Oper Köln
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Die "unaufführbare Oper" in einer spektakulären Inszenierung
Oper - Bernd Alois Zimmermann

Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Schauspiel von Jakob Michael Reinhold Lenz

Die Handlung

1. Akt:
Marie ist mir ihrer Familie nach Lille gezogen. Sie vermisst ihren Geliebten Stolzius und schreibt einen Brief an ihn ins ferne Armentières. Er vermisst die Geliebte ebenfalls und antwortet nach Erhalt ihres Briefes umgehend. Währenddessen hat Marie Besuch vom Baron Desportes, der im französischen Militär dient. Er macht der jungen Frau den Hof und versucht sie zu überreden, mit ihm ins Theater zu gehen und eine Komödie anzuschauen. Maries Vater geht dazwischen und verbietet seiner Tochter den Umgang mit dem Soldaten, da dieser kein Umgang für sie sei. Marie bleibt zu Hause. Am Stadtrand trifft Desportes andere Soldaten und den Wanderprediger Eisenhardt. Dieser behauptet, dass die Komödie mehr bewirken könne, als das Predigen. Die Männer kommen ins Reden und Eisenhardt äußert die These, dass eine "Hure nur eine Hure wird, wenn sie dazu gemacht wird". Stolzius hat in seinem Brief der geliebten Marie einen Heiratsantrag gemacht. Wesener rät der Tochter jedoch ihn hinzuhalten und abzuwarten, was Desportes mit ihr vorhabe. Denn auch wenn dieser Soldat sei, so sei er doch Baron und könne einen besseren Stand bescheren.

2. Akt:
Stolzius beliefert das Regiment mit Stoffen. Die Soldaten laden ihn in ein Kaffeehaus ein und berichten ihm dort in aller Deutlichkeit, dass Marie und Desportes ein Verhältnis haben. Die Szenerie endet im Tumult. Stolzius ist schließlich enttäuscht und schreibt einen Brief an Marie. Marie ihrerseits ist ebenfalls verletzt und gibt dem Werben Desportes nach. Als dieser den Brief von Stolzius sieht, will er ihn selbst beantworten. Marie verweigert dies, lässt aber zu, dass Desportes ihn diktiert. Während Marie und Desportes sich näherkommen, sitzt Stolzius in seiner Wohnung in Armentières. Seine Mutter schäumt vor Wut über Marie und beschimpft diese als "Soldatenhure", die ihrem Sohne nicht würdig sei.

3. Akt:
Stolzius hat den Plan gefasst, Marie wieder näher zu sein. Er verdingt sich bei Hauptmann Mary, einem Freund von Desportes, als Bediensteter. Desportes hat sich allerdings mittlerweile Maries entledigt, da diese ihm zu anhänglich wurde. Diese hat wiederum Umgang mit Hauptmann Mary, was ihre Schwester Charlotte so sehr erzürnt, dass diese sie als "Soldatenmensch" beschimpft. Marie hält es aber auch nicht lange mit dem Hauptmann, da dieser sich mit einer anderen einlässt. So hat sie schließlich Umgang mit dem jungen Grafen de la Roche hat. Dessen Mutter äußert sich besorgt über den schlechten Ruf, der Marie mittlerweile anhaftet. Er betont jedoch immer wieder, dass sie nur ein unglückliches Wesen sei. Die Gräfin empfiehlt ihrem Sohn die Stadt zu verlassen, während sie Marie anbietet ihre Gesellschafterin zu werden. Marie bittet jedoch um Bedenkzeit.

4.Akt:
Der Akt beginnt mit einer alptraumhaften Sequenz. Simultanszenen, Video- und Tonbandzuspielungen symbolisieren "die Vergewaltigung Mariens als Gleichnis der Vergewaltigung aller in die Handlung Verflochtenen, als brutale physische, psychische und seelische Vergewaltigung." Hauptmann Mary und Desportes sitzen zusammen. Desportes will Marie seinem Jäger überlassen. Stolzius, der selbst Gift genommen hat will wiederum Desportes vergiften. Mary versucht Stolzius niederzustrecken, doch dieser stirbt mit einem letzten Gedanken an Marie. Horden gefallener Soldaten bevölkern die Szenerie und treffen auf Lebende. Marschieren erklingt, darin zu hören das vom Wanderprediger rezitierte "Pater Noster". Eine Bettlerin erscheint und wird von Soldaten umtanzt. Die Bettlerin ist Marie. Die Gesichter der Soldaten erlöschen und sie schließen sich dem Zug der Gefallenen an. Die Szene verfinstert sich - ein gellender Schrei ist zu hören.

Personen der Handlung

Wesener, ein Galanteriehändler in Lille
Marie und Charlotte, seine Töchter
Weseners alte Mutter
Stolzius, Tuchhändler in Armentières
Stolzius' Mutter
Obrist, Graf von Spannheim
Desportes, ein Edelmann
Pirzel, ein Hauptmann
Eisenhardt, ein Feldprediger
Haudy
Mary
Drei junge Offiziere, drei Hauptleute und drei Fähnriche
Die Gräfin de la Roche
Der junge Graf, ihr Sohn
Eine Andalusierin
Madame Roux, Inhaberin des Kaffeehauses
Der Bediente der Gräfin de la Roche
Der junge Fähnrich
Der betrunkene Offizier

Zum Werk

Wenn man von Meilensteinen der Operngeschichte spricht, dann ist Bernd Alois Zimmermanns Oper "Die Soldaten" sicherlich einer davon. 1965 in Köln trotz allem Unken, dass das Werk szenisch nicht zu realisieren sei, uraufgeführt, wagten sich im Laufe der Zeit immer wieder Theater an das Stück und das mit großer Resonanz bei Publikum und Presse. Dieses Stück zählt wohl zu einer der größten Herausforderungen, denen sich ein Theaterbetrieb stellen kann: Ein Orchester mit rund 100 Musikern, 16 Solisten, Chöre, Tonbandzuspielungen, Projektionen, eine Jazz-Combo, Chöre, umfangreiche Bühnenmusik werden vom Komponisten, dessen 100. Geburtstag. 2018 gefeiert wird, für die Aufführung gefordert. Die Musik Zimmermanns orientiert sich an strengen zwölftönigen Reihen, die zu komplexen Gebilden und Gruppierungen verschachtelt werden. Zimmermann bedient sich in der Anlage der Szenen dabei - und stellt hier eine Verbindung zu Alban Bergs "Wozzeck" her - historischer, musikalischer Formen, wie etwa Chaconne, Ricercar oder Rondo. Was zum Zeitpunkt der Uraufführung aber sicherlich besonders beachtlich war und in dieser Ausgeprägtheit noch nie verwendet wurde, das war der Einsatz von Medien, wie Lautsprecher, Filmzuspielungen und Geräuschen. Zimmermann wollte so "eine Art totales Theater" kreieren, das "mit Geräuschen und konkreten Klängen, […] den Zuhörer unmittelbar einbezieht. Die Bandmontagen: Marschtritte, Kommandos in vielen Sprachen, Motorengeräusche, Schreie, das ‚Pater noster' über Lautsprecher - der akustische Eindruck ist überwältigend […]." Was damals als monströs empfunden wurde und sicherlich mit ein Grund für die eher ablehnende Haltung des Kölner Publikums bei der Uraufführung war, verfehlt seine hochdramatische Wirkung heute jedoch nicht. Und so ist die musikalische Intention mit der generellen Absicht des Komponisten ein Werk zu schreiben, dessen Wesen "vorgestern wie übermorgen" aktuell ist gelungen. Eigentlich hätte die Uraufführung bereits 1960 stattfinden sollen, jedoch war das Werk hier noch nicht fertig. Warum es dann noch ganze fünf Jahre dauerte bis das Stück fertig sein sollte, wird in der Musikwissenschaft unterschiedlich erklärt. Bekannt ist aber, dass unter anderem Günter Wand gegen Zimmermann argumentierte und auch Wolfgang Sawallisch, der damalige GMD der Kölner Oper, nicht willens war ein Stück in den Spielplan zu nehmen, dass in seiner Urfassung sieben Dirigenten benötigt hätte. Erst nach einer Überarbeitung, die zuließ, dass ein Dirigent die Vorstellung leitete, kam man weiter, auch wenn die Klavierauszüge der letzten beiden Akte erst kurz vor der Premiere fertiggestellt wurden. Zimmermann hatte sich schon lange mit dem Gedanken getragen, aus dem Lenz'schen Sturm-und- Drang-Stück eine Oper zu machen. Besonders interessant fand der Komponist hier die Tatsache, dass die Elemente von Ort, Zeit und Raum aufgehoben sind und gerade darin sah er die Chance eine zeitlose Relevanz des Werkes zu forcieren. Der Sog, der Strudel in dem die handelnden Personen sich selbst und andere in ihr Unglück reißen, der unauslöschliche Weg in die Katastrophe, die "Zwangssituation", die in die Vernichtung führt - das war das, was Zimmermann an der Vorlage so sehr interessiert. Und in der Tat ist die dramatische Verflechtung der Figuren eng und durch den Kunstgriff, dass Szenen als Simultanszenen gespielt werden, verdichtet sich dieser Eindruck deutlich. So ist es neben aller musikalischen Opulenz auch die inhaltliche Dichte, die dieses Werk so beeindruckend macht und zurecht vom Dirigenten der Uraufführung, Michael Gielen, in eine Reihe mit Schönbergs "Moses und Aaron" und Bergs "Wozzeck" gestellt wird.


Oper in vier Akten

Sebastian Jacobs

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Letzte Aktualisierung: 15.11.2019 18:30 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln