Kölner Philharmonie

WDR Sinfonieorchester Köln

Arabella Steinbacher | Lizenz: Creative Commons
Foto: Arabella Steinbacher
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Arabella Steinbacher in Köln
Konzert - Beethoven, Sibelius

Dirigent: Jukka-Pekka Saraste

Arabella Steinbacher, Violine


Ludwig van Beethoven
Konzert D-Dur für Violine und Orchester op. 61

Beethovens Violinkonzert gilt als bedeutendstes Konzert der Violinliteratur und ist Prüfstein für jeden Violinisten. Die ersten Hinweise eines Violinkonzerts von Beethoven finden sich in einem Skizzenbuch mit Entwürfen für die 5. Sinfonie (1806); vorausgegangen war jedoch bereits aus der Bonner Zeit das Fragment eines Konzertsatzes in C-Dur, und auch die beiden Violinromanzen zeugen von Beethovens Interesse für dieses Instrument. Auftraggeber des Werkes war der begabte Geiger Franz Clement, Konzertmeister am Theater an der Wien, für dessen Benefizkonzert das Konzert geschrieben wurde. Der Uraufführungserfolg war eher lau. Die Wiener Theaterzeitung berichtete: "Über Beethovens Concert ist das Urtheil der Kenner ungetheilt; es gesteht demselben manche Schönheit zu, bekennt aber, daß der Zusammenhang oft ganz zerrissen scheine, und daß die unendlichen Wiederholungen einiger gemeiner Stellen leicht ermüden könnten.”
Dieser Eindruck wird verständlich wenn man Beethovens Komposition, die zumal im ersten Satz konsequent durchgearbeitet ist und ausgesprochen sinfonische Züge trägt, mit den damals üblichen brillanten Violinkonzerten eines Rode oder Kreutzer vergleicht. Der Charakter des Soloinstruments ist vorwiegend lyrisch und gefühlsbetont mit unübertrefflicher Synthese des Solos mit dem Orchester. Nach der Einleitung und Themenaufstellung des Orchesters im 1. Satz (Allegro ma non troppo) meldet sich das Soloinstrument mit einer virtuosen Kadenz und nimmt das Hauptthema auf. Im blendenden Zusammenspiel wird das thematische Material ausgewertet. Eine Idee leitet zur Reprise über, in der die Themen noch reicher ausgestaltet werden. Dann kommt es zur großen Kadenz, die über das zweite lyrische Thema in den glänzenden Abschluss fließt. Mit einer Ausdehnung von über 500 Takten sprengt der 1. Satz den traditionellen Bereich. Der 2. Satz, ein Larghetto, gleicht einer zärtlichen Romanze, die mit einer Kadenz zum Rondofinale führt (Rondo. Allegro). Sofort übernimmt die Violine in diesem technisch anspruchsvollen Finale die Führung. Der sinfonische Gedankenaustausch entwickelt sich im tänzerischen Rhythmus, ein Moll-Thema legt eine lyrische Episode ein, dann gelangt das Rondo-Thema wieder zu seinem Recht und entfaltet alle Facetten der singenden und jubelnden Violine.
Spieldauer: ca. 40 Min.

Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Jean Sibelius wurde 1865 im finnischen Hämeenlinna geboren. Er studierte unter anderem bei dem deutschstämmigen Musikprofessor, Komponisten und Sammler finnischer Volkslieder Richard Falten und vor allem bei dem in Deutschland ausgebildeten Martin Wegelius, der 1882 das Musikinstitut in Helsinki gegründet hatte. Von 1889 bis 1891 studierte Sibelius in Berlin bei Albert Becker und in Wien bei Karl Goldmark und Robert Fuchs. 1891 kehrte er von seinen Studienaufenthalten zurück und arbeitete zunächst in Helsinki als Musiklehrer an der Universität. Die Etablierung als freischaffender Komponist erfolgte erst Jahre später, nachdem er durch eine Staatsrente finanzielle Unabhängigkeit erlangt hatte. Er komponierte unter anderem Sinfonische Dichtungen, Orchestersuiten, Sinfonien, ein Violinkonzert, Kammermusik, Chorwerke und eine Oper. Zwischen den Jahren 1898 und 1924 schuf Sibelius sieben Sinfonien. Jede dieser Sinfonien setzt sich inhaltlich-thematisch und technisch mit einem bestimmten Problem auseinander, das jeweils nahezu modellartig gelöst wird. Schon in der 1. Sinfonie zeigt sich Sibelius in seinem Stil ebenso eigenwillig wie in seiner Materialarbeit modern und fortschrittlich: Kleinste Motiveinheiten, streng geformt und funktional angelegt, werden weitläufig variativ in immer neu gebildeten Klangfeldern verarbeitet. Dieses Verfahren unterscheidet ihn von seinem Zeitgenossen Gustav Mahler. Überliefert wird ein in Helsinki geführtes Gespräch zwischen den beiden Komponisten, in dessen Verlauf Mahler äußerte: „...die Sinfonie muss sein wie die Welt - sie muss alles umfassen“, während Sibelius entgegenhielt: „Eine Sinfonie muss im Aufbau Strenge, Stil und Logik haben, die einen inneren Zusammenhang zwischen allen Motiven schaffen.“ Seine zweite Sinfonie in D-Dur op. 43 begann Jean Sibelius im Winter 1900 im italienischen Rapallo. Er vollendete sie 1902 in Finnland. Die Uraufführung fand am 8. März 1902 mit der „Helsinki Philharmonic Society“ unter der Leitung des Komponisten statt. Die Stimmung der viersätzigen 2. Sinfonie ist freudig und leicht. Man merkt sofort, dass sie in Italien konzipiert wurde, wenngleich sie durch und durch Finnisch ist. Der erste Satz (Allegretto) hat Sonatenform, aber mit drei Themen, von denen das erste, von den Holzbläsern intoniert, eine pastorale Stimmung bringt, die auch den anderen Themen lebhafte Züge verleiht. Im zweiten Satz, Tempo andante, ma rubato, verdüstern Paukenwirbel, Streicherpizzicati und Fagottmelodien die Heiterkeit des vorangehenden. Es lassen sich hier Spuren von Programmmusik finden: Nach Sibelius` eigenen Andeutungen wird hier die Begegnung Don Juans mit dem „Steinernen Gast“ (dem Tod) auf seinem Schloss illustriert, die schließlich durch das Prinzip Christus versöhnlich gemildert wird. Das Pizzicato der Bässe und Celli zeigt die gleichmäßigen Schritte des sich nähernden Gastes. Zunächst bleibt er still, dann beginnt er ein Lied, in dem er sich zu erkennen gibt: das düstere Thema des Fagotts. Die Modulation nach fis-moll mit dem ruhigen gesanglichen Motiv in Streichern und Bläsern wurde vom Komponisten mit dem Vermerk „Christus“ bezeichnet. Das Scherzo des dritten Satzes, mit der Bezeichnung „Vivacissimo“, setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die sich im thematischen Material ähnlich sind. Es baut auf einem dreitönigen B-Dur-Motiv auf, das mit seiner lebhaften, fast rasenden Energie in verschiedenen dynamischen Abstufungen bald im Zentrum, bald im Hintergrund größer angelegter Themen steht. Fünf Paukentöne leiten zum Trio über, und es folgt die elegische Melodie der Oboe, die auch auf andere Instrumente übergeht. Sie erinnert mit ihren Repetitionen an das entsprechende Thema des ersten Satzes. Nach der Reprise setzt hymnisch das Finale ein (Finale: Allegro moderato), das mit einem strahlenden Bläserchoral, dem trotz aller Lebensfreude immer noch etwas von der Melancholie der finnischen Landschaft anhaftet, endet.
Spieldauer: ca. 46 Min.





19 Uhr Konzerteinführung

Christoph Prasser

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Letzte Aktualisierung: 20.05.2018 19:30 Uhr     © 2018 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln