Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Salome

Salome | Staatenhaus
Foto: Paul Leclaire
Salome | Staatenhaus
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Salome | Staatenhaus
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Salome | Staatenhaus
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Salome | Staatenhaus
Foto: Paul Leclaire
Salome | Staatenhaus
Foto: Paul Leclaire

Oper - Richard Strauss

Oper in einem Akt von Richard Strauss
Nach dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde (1891)

Inszenierung: Ted Huffmann
Bühne: Ben Baur
Kostüme: Annemarie Woods
Choreographie: Sam Pinkleton
Personen der Handlung:
Herodes, Tetrarch von Judäa
Herodias, seine Gemahlin
Salome, deren Tochter
Jochanaan, ein Prophet
Narraboth, ein Hauptmann
Außerdem: Juden, Nazarener, Soldaten, ein Kappadozier, ein Sklave und der Page der Herodias

Zur Handlung:

1. Szene:
Auf der Terrasse vor dem Palast des Herodes schwärmt der junge Hauptmann Narraboth von der wunderschönen Prinzessin Salome. Ein Page rät ihm, sie nicht anzuschauen, denn es könne sonst Grauenvolles geschehen. Aus der Ferne hört man die Prophezeiungen Jochanaans, der von Herodes in einer Zisterne gefangen gehalten wird. Der Prophet prangerte die Ehe von Herodes und Herodias an und wurde so zum Feind des Tetrarchen.

2. Szene:
Prinzessin Salome stürzt herbei. Sie will sich den zu lüsternen Blicken des eigenen Vaters, der im Inneren des Palastes gerade ein Fest feiert, sowie den Anzüglichkeiten der Gäste entziehen. Sie trifft auf Narraboth, der ihr sofort verfällt. Als die Prinzessin wieder die fernen Rufe des Jochanaan vernimmt, gelingt es ihr den jungen Hauptmann zu überzeugen, die Weisungen des Herodes zu ignorieren und die Zisterne zu öffnen um den Propheten herauszuholen.

3. Szene:
Der Anblick des Propheten fasziniert Salome. Auch, dass dieser gegen Herodes und seine Frau wettert gefällt ihr gut. Sie versteigt sich immer mehr in Schwärmereien. Narraboth wird dessen gewahr und ersticht sich aus Verzweiflung. Als Jochanaan bemerkt, wie sich Salome von ihm angezogen fühlt, verflucht er diese und kehrt in die Zisterne zurück.

4. Szene:
Da Salome nicht zu den Feierlichkeiten in den Palast zurückgekehrt ist, kommt Herodes herbei um sie zu suchen. Kurzerhand entscheidet er auf der Terrasse vor dem Palast weiter zu feiern. Als er auf dem Blut Narraboths ausgleitet, veranlasst er kurzerhand die Leiche einfach wegzuschaffen, damit sie nicht weiter im Wege herumliegt. Aus der Zisterne hört man immer wieder die Rufe des Jochanaan. Herodias, die mit auf die Terrasse gekommen ist, versteht diese als gegen sie gerichtete Flüche und fordert den Propheten den Juden auszuliefern, die ihn schon lange ausgeliefert wissen wollen. Herodes bietet seiner Tochter Wein und Früchte an, doch diese lehnt ab und versucht sich dem Trubel zu entziehen. Doch Herodes lässt von Salome nicht ab und bittet sie für ihn zu tanzen. Sie willigt erst ein, als ihr Vater ihr verspricht ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Sich der Erfüllung dieses Versprechens gewiss, tanzt Salome den Tanz der sieben Schleier. Herodes will nun sein Versprechen erfüllen, Salome jeden Wunsch zu erfüllen. Um so schockierter ist er, als diese ihren Wunsch vorträgt: Sie will den Kopf des Jochanaan auf einer Silberschüssel. Da bekommt es Herodes mit der Angst zu tun. Er bietet der Prinzessin Gold und Edelsteine, alles was er besitzt, denn er will keinen heiligen Mann töten. Doch Salome beharrt auf ihrem Wunsch und so muss Herodes zu seinem Eid stehen. Salome bekommt das abgeschlagene Haupt gereicht, als sich der Mond verdunkelt. In der Dunkelheit küsst sie den Kopf Jochanaans. Als es wieder heller wird herrscht Entsetzen. Herodes befiehlt Salome zu töten.

Zum Werk:

Bereits im Jahr 1901 sah sich Richard Strauss mit dem Vorschlag konfrontiert, Wildes Salomé (eines der wenigen in französischer Sprache verfassten Dramen des Dichters) zu vertonen. Erst nicht so recht angetan von diesem Drama voller „perverser Leute“, wie Strauss selbst über das Personal des Werks urteilte, widmete er sich letztendlich doch dem Stoff und vollendete schließlich 1905 die Partitur. Im Dezember des gleichen Jahres kam das Werk in Dresden zur Uraufführung. Bemerkenswert ist, dass Strauss hier weitestgehend auf den Text des Dramas zurückgreift. Einige Kürzungen, Umstellungen oder kleinste Veränderungen finden statt, aber im Wesentlichen liegt dem Werk die Übersetzung des Wilde’schen Textes durch Hedwig Lachmann zu Grunde, womit Salome zu einer der ersten Literaturopern wurde. Nach den Erstlingen Guntram und Feuersnot, wurde die Salome zum ersten Werk des Komponisten, dass sich bis heute vielerorts in den Spielplänen der Opernhäuser hält. Die musikalische Sprache Strauss entfernt sich hier deutlich von der Romantik. Zwar lässt sich punktuell eine Leitmotivik finden, allerdings wählt Strauss insgesamt eine sehr freie musikalische Sprache, die sich vom reinen „Schönklang“ immer wieder abwendet. Schwelgerische Passagen, gefärbt mit Orientalismen, rohe Rhythmen und der Mut zu akzentuierenden, ja schneidenden Dissonanzen machen die Klangsprache der Salome so einzigartig. Strauss greift hierbei auf eine farbenprächtige Instrumentierung zurück und konfrontiert die Sänger mit einem enormen Orchesterapparat: starke Bläserbesetzung und Holz und Blech, ein üppiger Streicherteppich und ein großes Aufgebot an Schlagwerk setzen intimen Momenten Passagen voller zügelloser Klanggewalt und Wuchtigkeit entgegen. So modern die Musik in der damaligen Zeit schien, so modern war das Stück an sich. Denn Themen wie Dekadenz, Skandal und Perversion – das waren Themen, die im fin de siècle die Zuschauerschaft begeisterten. Ganze 36 Vorhänge gab es bei der Uraufführung, obschon das bürgerliche Publikum tobte und die Presse sich nicht minder echauffierte. Strauss traf den Nerv der Zeit, schrieb ein mutiges Werk, das – Freud hatte unlängst seine Schriften zur Sexualität und derer den Menschen steuernder Wirkung veröffentlicht – in der drastischen Handlung und der nicht minder drastischen Musik seine Zuschauer nicht kalt ließ. Dabei stieß das Werk bei seiner Aufführung selbst bei den Sängern zunächst auf Ablehnung. Marie Wittich weigerte sich erst die Salome zu singen und verwies darauf, dass sie schließlich „eine anständige Frau“ sei. Gustav Mahler, als damaliger Direktor der Wiener Hofoper, befand über das Werk: "Ein ganz geniales, sehr starkes Werk, das entschieden zu dem Bedeutendsten gehört, was unsere Zeit hervorgebracht hat." In Deutschland setzte sich derweil die Zensur mit dem Werk auseinander und so war es Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich, der das Werk erst aufführen ließ, wenn im Schlussbild der Stern von Bethlehem, als Zeichen der Erlösung und christlicher Tugendhaftigkeit, aufginge. Heute schockiert die Salome freilich nicht mehr derart, wie es damals der Fall war, auch wenn der Akt des Küssens eines abgeschlagenen Hauptes vielleicht zu den drastischsten Darstellungen in einer Oper im gängigen Repertoire gehört. Vielmehr erfreut sich das Werk heute größter Beliebtheit und der legendäre „Tanz der sieben Schleier“ schaffte es auch ins gängige Konzertrepertoire. Mit seiner Sicht auf den Strauss‘schen Einakter stellt sich der international gefragte Regisseur Ted Huffmann erstmals dem Kölner Publikum vor. Er inszenierte bereits in London, Glyndebourne, Brüssel und Frankfurt und arbeitete in der Saison 2017/2018 erstmals am Opernhaus Zürich.



Sebastian Jacobs

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Letzte Aktualisierung: 15.06.2019 19:30 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln