Kölner Philharmonie

Gürzenich-Orchester Köln

Nicholas Collon | Dirigent
Foto: Jim Hinson
Nicholas Collon | Dirigent
Foto: Jim Hinson

Benefizkonzert
Konzert - Adès, Bruch, Britten

Nicholas Collon, Dirigent

Noa Wildschut, Violine


Thomas Adès
»Dances from Powder her Face« für Orchester (2007)

Max Bruch
Fantasie Es-Dur für Violine mit Orchester und Harfe unter freier Benutzung schottischer Volksmelodien op. 46 (1879-80)

Die „Schottische Fantasie“ (des im übrigen gebürtigen Kölners!) entstand im Winter 1879/80. Sie ist, wie Bruch schrieb, „Sarasate auf den Leib geschrieben“. Wie bei seinem berühmten g-moll Violinkonzert op.26 schwankte Bruch mit der Titelgebung: „Der Titel: Fantaisie ist sehr allgemein, und läßt sich in der Regel auf ein kürzeres Stück, als auf eines von mehreren Sätzen schließen (die noch dazu alle völlig entwickelt und ausgetragen sind). Conzert kann man aber das Werk auch nicht füglich nennen (...), weil eben die Form des Ganzen durchaus frei ist, und weil Volksmelodien benutzt sind“ (Brief vom 30.Sept.1980 an seinen Verleger Simrock).
Dennoch läßt sich innerhalb der Fünfsätzigkeit der „Fantaisie“ eine gewisse ,sonst bei Solokonzerten übliche, Dreisätzigkeit erkennen, da jeweils Einleitung und erster, zweiter und dritter Satz nahtlos ineinander übergehen und so zusammen mit dem Finale die Satzfolge langsam - schnell (langsam) - schnell bilden. Was jedoch Bruch in der letztendlichen Titelgebung rechtgibt, ist der eher rhapsodisch freie Ton, die ungewöhnlichen Tonartbeziehungen und schließlich die Betonung des jeweils Charakteristischen der einzelnen Sätze. Des weiteren die zitierten oder nachempfundenen Volksmelodien, die sich zur durchführungsartigen Verarbeitung ohnehin nicht geeignet hätten. Der Musikforscher und Freund Bruchs, Wilhelm Altmann, hat einige Hinweise auf die programmatische Tendenz der Fantasie überliefert. So sei, wie er schreibt, „das Werk durch die Lektüre Walter Scotts angeregt worden“ und die düster verhangene es-moll-Einleitung, in der Bruch den Volkston komponiert, solle „einen Barden vorstellen, der im Anblick eines verfallenen Schlosses der alten, herrlichen Zeiten gedenkt“. Dies ist an dem Klangcharakter der Einleitung und an der prominenten Behandlung der Harfe als „zweites“ Soloinstrument zu erkennen, die ja im englischen Norden und in Schottland neben der Violine zu den weitverbreiteten Volksinstrumenten gehört. Bruch hat sich zeit seines Lebens intensiv mit Volksmelodien beschäftigt und sie auch in seinen Werken verwendet: schon 1863 publizierte er zwölf schottische Volkslieder im vierstimmigen Satz, aus denen er das Thema des Adagio cantabile -ein schottisches Liebeslied- übernahm. Dem dritten Satz, in der Partitur als Tanz bezeichnet, liegt das Lied vom staubigen Müller zugrunde. Das As-Dur-Andante sostenuto, eine Mischung aus Variations- und Sonatensatz, basiert melodisch auf dem Lied Mir ist so leid um Jonny, und das Finale, dessen Tempobezeichnung Allegro guerriero Bruch wohl aus Mendelssohns Schottischer Sinfonie übernommen hat, verarbeitet ein Kriegslied, das der Sage nach der schottische König Robert Bruce in der Schlacht von Bannockburn im Jahre 1314 angestimmt haben soll. Die spieltechnischen Anforderungen für das Soloinstrument übersteigen jene der Violinkonzerte beträchtlich.
Die weniger strenge kompositorische Führung und der eher statische Harmonieverlauf schaffen Platz für virtuose Violinpassagen, in denen sich schwierigste Doppelgriffpassagen und extreme Läufe nur so häufen. So stellt die „Schottische Fantasie“ an den Violinisten höchste Ansprüche und stellt zwischen virtuosem Anspruch einerseits und Volkston andererseits ein höchst reizvolles Konzert dar.
Aufführungsdauer: ca. 30 Min.

Benjamin Britten
»The Young Person's Guide to the Orchestra« (Variations and Fugue on a Theme of Purcell) op. 34 (1945)

Nach dem internationalen Durchbruch mit "Peter Grimes" schrieb Britten nur noch gelegentlich Instrumentalwerke. Einer dieser ‚Ausflüge' entstand für einen Dokumentarfilm des Erziehungsministeriums mit dem Titel "The Instruments of the Orchestra". Doch schon bald machte der Soundtrack als "Young Person's Guide to the Orchestra" eine unabhängige Konzertkarriere - oft auch unter dem mehr formalen Untertitel "Variationen und Fuge über ein Thema von Purcell". Britten beendete die Partitur der tönenden Hommage an den glühend verehrten Purcell am Silvesterabend 1945. Die Uraufführung der Konzertversion fand am 15.10.1946 noch vor der Erstausstrahlung des Filmes statt. Brittens Einführung in die symphonische Welt ist eine musikalische Entdeckungsreise - nicht nur für Kinder und Jugendliche, die Britten so sehr am Herzen lagen: "Ich sehe im Publikum nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder. Darum ist es für mich eine Verpflichtung und Freude, gute Musik für sie zu schreiben. Das ist eine schwierige Aufgabe, denn diese Musik muß unkompliziert, schlicht und ansprechend sein." In einer Art "Peter Pan-Mentalität" konnte er sich hervorragend in sie hineinversetzen. In seiner Wanderung durch die Welt des Orchesters versucht Britten, jungen Leuten die Instrumente näher zu bringen. Von seinem Mentor Bridge hatte er gelernt, "durch die Instrumente, für die ich schrieb, zu denken und zu fühlen". Als majestätisches achttaktiges Thema nahm Britten ein Hornpipe-Rondo aus Purcells Schauspielmusik zu der Tragödie "Abdelazar, or The Moor's Revenge". Vier musikalische ‚Teams' stehen sich gegenüber: Die Holzbläser (Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotte), die Blechbläser (Hörner, Trompeten, Posaunen und Tuba), die Saiteninstrumente (Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabässe und Harfe) und die Schlagzeuger (Trommeln, Becken, Tamburin, Triangel, Holzblöcke, Xylophon, Kastagnetten, Gong und Peitsche). Nachdem das gesamte Orchester das Thema gespielt hat, werden nacheinander alle vier Mannschaften vorgestellt; das Thema bleibt dabei weitgehend unverändert. Und noch einmal erklingt das Thema im Orchester-Tutti. Dann wird weiter seziert, indem jedes einzelne Instrument solistisch mit seinen individuellen Eigenschaften und Klangfarben in einer freien Charaktervariation hervorgehoben wird - beginnend mit den Flöten und endend mit den Mitgliedern der Schlagzeugfamilie. Das Orchester wird somit in seine Einzelteile zerlegt - um im Finale in einer großen, turbulenten Fuge puzzleartig nach und nach wieder zusammengesetzt zu werden. Und zwar in derselben Reihenfolge wie am Anfang, d.h. die Piccoloflöte beginnt. Das pfeilschnelle Fugenthema ist aus der Purcell-Vorlage abgeleitet, dessen Original-Version zum Abschluß noch einmal erhaben in den Blechbläsern erklingt



10 Uhr Einführung in das Konzert auf der Empore

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Letzte Aktualisierung: 19.04.2019 15:30 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln