Kölner Philharmonie

Concerto Köln

Concerto Köln
Foto: Harald Hoffmann
Concerto Köln
Foto: Harald Hoffmann

Damen des WDR Rundfunkchores
Konzert - Wagner, Debussy, Offenbach

Hanna-Elisabeth Müller Sopran (Antonia)
Sophie Harmsen Mezzosopran (Nicklausse)
Stefanie Irányi Mezzosopran (Stimme von Antonias Mutter)
Sébastien Guèze Tenor (Hoffmann)
Michael Smallwood Tenor (Frantz)
Gyula Orendt Bariton (Docteur Miracle)
Lucas Singer Bass (Crespel)
Damen des WDR Rundfunkchores
Concerto Köln
Kent Nagano (Dirigent)

Richard Wagner (1813-1883)
- Ouvertüre aus: „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ WWV 70 (1842-61)
- Bacchanale („Der Venusberg“) aus: „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ WWV 70 (1842-61)

Die Oper „Tannhäuser“ ist Wagners volkstümlichstes Werk dieser Gattung. Der Text stammt von Wagner selbst nach den Dichtungen „Singerkriec uf Wartburc“ und „Dannhuser“ des 13. bzw. 16. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht der Gegensatz zwischen sinnlicher und mitleidiger Liebe, personifiziert in den Gestalten der Venus bzw. Elisabeths. Der Ernst seines ursprünglichen Empfindungswesens und die Neigung zu wildem sinnlichen Ungestüm sind die beiden Grundzüge im Charakter des Tannhäuser. Und das Auszeichnende der Oper ist, dass sie, wie Wagner in seiner Erläuterung zur Ouvertüre schreibt, mit der Versöhnung der beiden Elemente schließt: „Geist und Sinne, Gott und Natur umschlingen sich zum heilig einenden Kusse der Liebe.“ Zum Inhalt: Tannhäuser hat sich im Venusberg sündiger Sinnenlust hingegeben. Auf der Wartburg wirbt er im Sängerwettstreit um Elisabeths Hand. Sein Vergehen wird ruchbar. Er wird des Landes verwiesen und pilgert reumütig zum Papst. Dieser verflucht ihn: „Wie dieser Stab in meiner Hand nie mehr sich schmückt mit frischem Grün, kann aus der Hölle heißem Brand Erlösung nimmer dir erblühn!“ Verzweifelt sucht Tannhäuser erneut den Weg zum Venusberg. Doch Elisabeth, ihm in Liebe zugetan, erlöst ihn durch ihren Tod. Tannhäuser stirbt zu ihren Füßen. Die aus Rom zurückkehrenden Pilger bringen die frohe Botschaft, der Hirtenstab des Papstes habe sich mit frischem Grün geschmückt.
Die Vertonung entspricht der Tradition der romantischen Oper mit Zügen der Grand opéra. Häufig benutzt Wagner hier einfache Diatonik, doch ein wachsender Anteil chromatischer Harmonik und Melodik ist bereits zu erkennen. Die Ouvertüre entstand Anfang des Jahres 1845 in Dresden. Sie bringt den Grundgedanken der Fabel außerordentlich sinnfällig zum Ausdruck. Dieses Vorspiel beginnt mit dem Pilgerchor – intoniert durch sechs Bläser, die diese schlichte, aber von großer innerer Festigkeit getragene, überaus populäre Weise vortragen. Diese steigert sich mächtig, flaut wieder ab und verklingt leise. Der Mittelteil malt in berückenden Farben und schwirrenden Klängen die sündigen Wonnen des Venusberges. Er gipfelt in Tannhäusers leidenschaftlichem Hymnus, in das Triumphlied, das er zu Ehren von Venus anstimmen und das auf dem Höhepunkt des Sängerkrieges das Motiv des wildesten Zusammenstoßes der Gefühle und Meinungen bilden wird. Dann meldet sich das fromme Thema wieder. Die sinnlichen Klänge wollen es verdrängen, müssen aber letztendlich selbst weichen. Die Pilger kehren zurück. Ihr Chor schwillt an, entfaltet sich majestätisch und verherrlicht den Sieg der reinen Liebe über die sündige Leidenschaft. – Im Vorfeld der Pariser Erstaufführung des „Tannhäuser“ im Jahr 1861 sah sich Wagner gezwungen, seine Oper den Bräuchen des französischen Theaters anzupassen. Das betraf vor allem die Erweiterung des den ersten Akt eröffnenden „Bacchanals“ zu einer groß angelegten, auf französischen Bühnen unverzichtbaren Ballettszene. In dieser Fassung geht die Ouvertüre direkt in das tänzerische Bacchanal über, das gleich zu Beginn der Oper vor der Venusberg-Szene erklingt. Dieses Ballett steht für die Lustgrotte der Liebesgöttin und dient dazu, den Liebesrausch von Tannhäuser und Venus zu untermalen.

Claude Debussy (1862-1918)
Nocturnes L 91 (1897-99) für großes Orchester und Frauenchor

Bei Debussy geht es um die Aufwertung von Klangfarbe, um eine differenzierte Rhythmik und um eine nichtfunktionelle Harmonik, um Ornament und Arabeske gegenüber der traditionellen motivisch-thematischen Gestaltung, die in seinem Stil deutlich zurücktritt. Dem missverständlichen Gebrauch des Begriffs „musikalischer Impressionismus“ hat Debussy selbst Vorschub geleistet, indem er den 1897-99 komponierten „Nocturnes“ einige programmatische Erläuterungen anstelle einer formalen Analyse beigab: „Der Titel Nocturnes will hier in allgemeiner und vor allem in mehr dekorativer Bedeutung verstanden werden. Es handelt sich also nicht um die übliche Form des Nocturno, sondern um alle Eindrücke und speziellen Beleuchtungen, die in diesem Wort enthalten sein können. Nuages: Das ist der Anblick des unbeweglichen Himmels mit dem langsamen und melancholischen Zug der Wolken, zuletzt ein graues Verlöschen, mit sanften weißen Tönungen. Fêtes: Das ist die Bewegung, der tanzende Rhythmus der Atmosphäre mit grell aufblitzendem Licht; es ist die visionäre, blendende Episode eines Aufzugs von phantastischen Gestalten, der sich durch das Fest bewegt und in ihm verschwindet; aber das Grundmotiv bleibt hartnäckig bestehen, und es ist immer das Fest und seine Mischung von Musik und leuchtendem Staub, die am Gesamtrhythmus teilhat. Sirènes: das ist das Meer und sein unendlicher Rhythmus; dann erklingt, lacht und vergeht aus den vom Mondlicht versilberten Wellen der geheimnisvolle Gesang der Sirenen.“ Das dritte der „Nocturnes“, die „Sirènes“, verlangt die Mitwirkung eines Chores von 16 Frauenstimmen. Auch dieses Stück ist wie die beiden anderen dreiteilig gebaut, allerdings mit originellen Varianten der traditionellen Bauform. Hervorzuheben ist auch die instrumentale Behandlung der Frauenstimmen, die keine Textvorlage haben, sondern allein auf der Silbe „a“ singen und auf diese Weise in die Orchesterstimmen integriert sind

Jacques Offenbach (1819-1880)
3. Akt (Antonia-Akt) aus: „Les Contes d'Hoffmann“ („Hoffmanns Erzählungen“) (1881)

Jacques Offenbach gilt als Vater der Operette. Es gab zwar auch schon vor ihm lustige kurze Opern und Singspiele, die „Operette“ genannt wurden, doch erst Offenbachs Werke prägten diesen Namen als eigene Gattungsbezeichnung. Aber er komponierte auch einige Opern. Der Komponist besaß eine geniale Sonderbegabung für das Burleske, Komische und Parodistische wie kein Musiker vor und nach ihm. Seine Bühnenwerke entblößen erbarmungslos Schwächen der gesellschaftlichen Zustände seiner Zeit und geben unantastbar scheinende Werte dem Gelächter preis. Dem frivolen Spötter standen, wenn er wollte, aber auch Klänge einer feinen und anmutigen Lyrik zur Verfügung. Werke wie „Pariser Leben“, „Orpheus in der Unterwelt“ und „Blaubart“ wurden schon zu Lebzeiten des Komponisten zu Klassikern des Opernrepertoires. Doch auch wenn er ein deutliches Talent für die Vermittlung und Verarbeitung von leichten und spielerischen Stoffen zeigte, galt Offenbachs größter Ehrgeiz der ernsten Oper. Der gebürtige Kölner, dessen Wahlheimat Frankreich wurde, fand nach längerer Suche ein passendes Sujet in „Hoffmanns Erzählungen“ (1881). Die Bühnenpremiere dieser großen romantischen Operá-comique erlebte er nicht mehr. Und leider konnte er sie auch nur im Klavierauszug vollenden. Nach seinem Tod setzte Ernest Guiraud die Vervollständigung der Komposition nach hinterlassenen Anweisungen Offenbachs in der Instrumentierung und Auskomposition der eigentlich als Dialogteile gedachten Rezitative fort.
Das phantastische Werk ist eine Adaption von Stoffen der deutschen Romantik und geht zurück auf Erzählungen des Dichters E.T.A. Hoffmann. Die Oper hat ein Vor- und ein Nachspiel, von denen die drei Akte der Handlung umrahmt werden: Der Dichter Hoffmann lässt sich im Kreise von Studenten dazu verleiten, ihnen von den drei Frauen zu erzählen, die sein Leben auf schicksalshafte Weise kreuzten, ihm aber immer von einem Widersacher entrissen wurden. Bei den drei Frauen handelt es sich um ganz unterschiedliche Typen und Schicksale, gemeinsam ist ihnen lediglich die unerfüllte Liebe zu dem Dichter. Im Nachspiel der Oper wird Hoffmann klar, dass der Widersacher ihn bis in sein jetziges Leben verfolgt hat und auch sein momentanes Liebesglück zerstören will. Zurück bleibt nur die Muse (Nicklausse), die dem Dichter von nun das Wichtigste sein soll. Das musikalische Kolorit zaubert Offenbach durch funkelnde Rhythmik und den Glanz und Zauber der Melodien. Und für die drei Frauen gelangen Offenbach einige pointierte Porträts. Der dritte Akt dreht sich um Antonia: Sie ist die Tochter des verwitweten Rats Crespel. Seine Frau verstarb an einer seltenen Krankheit, die durch Singen ausgelöst wurde. Daher ist Crespel in großer Sorge, dass seine musikliebende, sängerisch begabte Tochter das gleiche Schicksal haben könnte. Antonia ist in Hoffmann verliebt und bereit, für ihn auf eine Karriere als Sängerin zu verzichten. Der gespenstische Doktor Mirakel aber, der schon Antonias Mutter zu Tode kuriert hat, lässt Antonia in die Illusion verfallen, ihre Mutter würde sie aus dem Jenseits zum Singen auffordern (Arie „Ma mère, ma mère, son âme m'appelle“ – „Meine Mutter, ihre Seele ruft mich“). Antonia folgt der Aufforderung und ist so dem Tod geweiht. Der von Verzweiflung getriebene Hoffmann flieht.



17 Uhr, Empore: Einführung in das Konzert

Heidi Rogge

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Die Termine

So.

20

Okt.

Kölner Philharmonie | 20.10.2019 | 18.00 Uhr - 20.00 Uhr


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Letzte Aktualisierung: 15.10.2019 19:30 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln