Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Hamlet

Brett Dean | Komponist
Foto: Bettina Stöss
Brett Dean | Komponist
Foto: Bettina Stöss

Eine Mischung aus psychologischem Krimi und philosophisch unterlegtem Politdrama
Oper - Brett Dean

Prinz Hamlet spielt verrückt. Nach dem plötzlichen Tod des Königs, seines Vaters, hat dessen Bruder Claudius den Thron übernommen. Als neue Ehefrau an seiner Seite: Gertrude, Hamlets frisch verwitwete Mutter, die aus Sicht ihres Sohnes allzu schnell über den Verlust ihres Ehemannes hinweggekommen ist. Hamlets Argwohn gegenüber diesem neuen Arrangement findet seine Bestätigung, als ihm der Geist seines toten Vaters mitteilt, er sei von Claudius ermordet worden, und den Sohn zur Rache auffordert. Indem Hamlet von nun an gegenüber seiner Umgebung den Eindruck entstehen lässt, geistesgestört zu sein, macht er sich zur zentralen Figur eines ›Katz-und-Maus‹-Spiels, mit dem er die herrschende Lüge aufdecken und die Schuldigen richten will. Dabei nimmt der Vater-Rächer auch unschuldige Opfer in Kauf: Ophelia, der Hamlet unverbrüchliche Liebe geschworen hatte, geht, von ihm fallen gelassen, elend zugrunde.

Die Uraufführung von Brett Deans Oper »Hamlet«, im Juni 2017 beim Festival von Glyndebourne, wurde von Publikum und Presse einhellig gefeiert. Dem australischen Komponisten und seinem Librettisten Matthew Jocelyn wurde bescheinigt, basierend auf der berühmten Shakespeare-Tragödie eine dichte poetische Collage entwickelt zu haben, bei der die Musik sich nicht im Illustrieren von Dialogen erschöpft, sondern eine originäre, sehr moderne und in jeder Hinsicht fesselnde Lesart dieses zentralen abendländischen Stoffs entwirft. Das Hinterfragen von Sinn und Sinnlosigkeit des Menschseins, wie es sich in der Gestalt des Titelhelden kristallisiert, lässt für Brett Dean das Phänomen des Wahnsinns zu einem beherrschenden Thema der Partitur werden – sowohl auf den ›äußeren Irrsinn‹ eines maroden gesellschaftlichen Machtgefüges bezogen, das im Begriff scheint, jeden Augenblick auseinanderzubersten, als auch auf den ›inneren Wahnsinn‹, wie er sich in der psychischen Deformiertheit von Individuen abzeichnet. Musikalisch geleitet nehmen die ZuhörerInnen das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven wahr; verstörende klangliche Eruptionen wechseln mit Momenten verletzlicher Intimität. Das ›Story-Set‹ präsentiert sich dabei als eine Mischung aus psychologischem Krimi und philosophisch unterlegtem Politdrama vor dem gedanklichen Hintergrund der Vergänglichkeit der menschlichen Existenz.

Brett Dean, der als Bratscher mehrere Jahre lang Mitglied der Berliner Philharmoniker war, schuf mit seiner Oper nicht nur einen Orchestersatz von hoher gedanklicher Imagination, sondern auch große, dankbare Gesangspartien für sämtliche Stimmfächer. Eine Erweiterung von besonderer atmosphärischer Suggestivwirkung erfahren diese durch den Einsatz von Semi-Chorstimmen aus dem Orchestergraben.

Mit dem Briten Duncan Ward konnte einer der vielversprechendsten jungen Dirigenten gewonnen werden. Der renommierte kanadische Regisseur Matthew Jocelyn, der für Brett Dean das Libretto dieser Oper geschrieben hat, übernimmt nun bei der Deutschen Erstaufführung an der Oper Köln auch die Regie.

Opera in 2 Acts

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Die Termine5 Termine

Mi.

27

Nov.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 27.11.2019 | 19.30 Uhr


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Sa.

30

Nov.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 30.11.2019 | 19.30 Uhr


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Do.

05

Dez.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 05.12.2019 | 19.30 Uhr


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So.

08

Dez.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 08.12.2019 | 18.00 Uhr


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Mi.

11

Dez.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 11.12.2019 | 19.30 Uhr


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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019 19:30 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln