Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Miranda

Katie Mitchell | Regie
Foto: Stephen Cummiskey
Katie Mitchell | Regie
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Die Zeitlosigkeit von Purcells Musik verschmilzt mit existentiellen Erfahrungen der heutigen Welt
Oper - Raphaël Pichon, Katie Mitchell und Cordelia Lynn

In Shakespeares »The Tempest« lässt Prospero, der entthronte Herzog von Mailand, seine Tochter Miranda lange über ihre wahre Herkunft und den Grund für ihr Dasein auf einer Insel im Unklaren. Nun ist der magiekundige Prospero Herrscher über die Insel und befiehlt Ariel, das Schiff mit seinen Feinden und dem Königssohn Ferdinand an Bord unweit der Küste kentern zu lassen. Ferdinand und Miranda verlieben sich ineinander. Prospero wird mit seinem früheren Leben konfrontiert – ein Verwirrspiel hebt an, an dessen Ende ein Resümee von abgeklärter Weltsicht steht.

Die 2009 zum Officer of the Order of the British Empire ernannte Regisseurin Katie Mitchell hat gemeinsam mit dem Dirigenten Raphaël Pichon und der Dramaturgin Cordelia Lynn Shakespeares »Der Sturm« als Personenvorlage genommen und Miranda in den Mittelpunkt ihrer Erzählung gestellt: Die Familie hat sich zum Totengottesdienst für die verstorbene Miranda versammelt. Mirandas Vater Prospero, ihr Ehemann Ferdinand und deren gemeinsamer Sohn Anthony sowie die junge, hochschwangere Anna sind untröstlich und gedenken der Verstorbenen. Eine verschleierte Braut (Miranda) sprengt die Trauerfeier und zwingt die Anwesenden, ihre wahre Geschichte zu hören:

I was exiled. - Ich wurde verbannt.
I was raped. - Ich wurde vergewaltigt.
I was a child bride. - Ich war Kindsbraut.
And I drowned. - Und ich ertrank.
And then I woke up. - Und dann erwachte ich.

Voller Hass und Verzweiflung macht Miranda ihrem Vater Prospero und ihrem Ehemann Ferdinand den Vorwurf, wissentlich ihre Traumata in Kindheit und Ehe verursacht zu haben. Prospero weist jede Schuld von sich. In seiner Erinnerung war die Zeit von Mirandas Kindheit glücklich und unbeschwert. Ferdinand hingegen bittet Miranda um Vergebung und will mit ihr eine Liebe finden, die nicht verletzt. Anna erinnert Prospero an ihr gemeinsames Ungeborenes, doch Prospero scheint dem Todesgedanken näher als der Zukunft.

Regisseurin Katie Mitchell, bekannt für ihre auf sublime Weise tief schürfenden Interpretationen, zeigt mit ihrer Inszenierung am Beispiel der »Sturm«-Geschichte die Sicht von Familienmitgliedern auf eine gemeinsame Vergangenheit – und wie weit die jeweiligen Erinnerungen oftmals auseinander liegen. Henry Purcell, der ›Orpheus Britannicus‹ des 17. Jahrhunderts, komponierte Kirchenmusik, Instrumentalmusik, Opern und Schauspielmusik. In »Miranda« verschmilzt die Zeitlosigkeit Purcells Musik mit existentiellen Erfahrungen der heutigen Welt.

Semi-Opera nach William Shakespeares »The Tempest«

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Die Termine7 Termine

Do.

23

Apr.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 23.04.2020 | 19.30 Uhr


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Sa.

25

Apr.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 25.04.2020 | 19.30 Uhr


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Mi.

29

Apr.

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 29.04.2020 | 19.30 Uhr


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So.

03

Mai

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 03.05.2020 | 16.00 Uhr


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07

Mai

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 07.05.2020 | 19.30 Uhr


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10

Mai

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 10.05.2020 | 18.00 Uhr


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Mi.

13

Mai

Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | 13.05.2020 | 19.30 Uhr


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Letzte Aktualisierung: 15.10.2019 10:30 Uhr     © 2019 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln