Kölner Philharmonie

Kölner Kammerorchester

Komponierte Emotionen
Konzert - Mozart, Haydn

Christoph Poppen, Dirigent
Juliane Banse, Sopran

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie A-Dur KV 201

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war der Sohn des Violinisten, Komponisten und Lehrers Leopold Mozart. Wolfgang begann als Dreijähriger, Klavier zu spielen und begab sich bereits mit sechs Jahren, gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Nannerl, auf Konzertreisen nach München und Wien. Von 1763 an unternahmen Vater Leopold und Sohn Wolfgang eine dreieinhalbjährige Konzertreise durch Europa, auf der sie große Erfolge feierten. Zwischen 1769 und 1773 folgten weitere Reisen durch Italien, jedoch mit zunehmend weniger Erfolgen. Die Zeiten zwischen den Reisen nutzte Mozart zum Komponieren. Nach 1773 nahm er in Salzburg die Stellen als Hoforganist und Kaiserlicher Kammerkomponist an. Er starb verarmt in Wien am 5. Dezember 1791.
Mozart hat nicht weniger als 49 Sinfonien geschrieben, von denen viele allerdings Gelegenheitsarbeiten darstellen und im Stil den älteren Serenaden, Suiten und Ouvertüren nahe stehen. 41 dieser Sinfonien sind erhalten geblieben. Vornehmlich die letzten zehn sind fester Bestandteil der Konzertprogramme, wobei den 1788 innerhalb zweier Monate entstandenen Sinfonien Nr. 39 in Es-Dur (KV 543), Nr. 40 in g-Moll (KV 550) und Nr. 41 in C-Dur (KV 551), der seit dem 19. Jahrhundert so genannten „Jupiter-Sinfonie“, noch einmal eine Sonderstellung zukommt.
Seinen Aufenthalt in Wien während des Sommers 1773 hat Mozart dazu benutzt, seine bis dahin mit der Form der Sinfonie gemachten Erfahrungen am aktuellen Stand der in Wien erreichten Entwicklung zu überprüfen. Jedenfalls entstanden nach der Rückkehr von dieser Reise nach Salzburg jene Sinfonien Nr. 24, 25, 28, 29 und 30, „in denen Mozart eine Tiefe der Gestaltung erreicht, die neben jeder Sinfonie Joseph Haydns bestehen können: Er vertieft nicht nur die substantielle Einheit der Sätze untereinander, sondern verleiht auch jedem Werk einen eigenen 'Ton', ein unverwechselbares, individuelles Antlitz“ (Winkler).
Eine gewisse Sonderstellung – allerdings unter den frühen Sinfonien – fällt daher auch der heute zu hörenden, auf den 6. April 1774 datierten Sinfonie Nr. 29 KV 201 zu, in der Mozart eine Intensität der Gestaltung erreicht, die der von Haydns Sinfonien aus dieser Zeit in nichts nachsteht. Gemeint ist damit die „substantielle Einheit der Sätze untereinander“ ebenso wie der unverwechselbare, individuelle „Ton“ des Werkes. Zu den Streichern treten zwei Hörner und zwei Oboen. Schon der weiche Beginn des einleitenden „Allegro moderato“ beschwört einen bestimmten Grundtenor herauf. Neben dem Oktavfall des Anfangs bildet das „galante“ Halbtonintervall A-Gis das eigentliche Zentrum des Werkes. Beide Elemente werden in den Hauptthemen des ersten und des vierten Satzes miteinander verknüpft. Auch im zweiten Satz, einem Andante, taucht als neues Element ein punktierter Rhythmus auf, der bald alle Themen erfasst und sie einander annähert. Schließlich greift er sogar über die Satzgrenze hinaus auf das an dritter Stelle stehende Menuett über, dessen erster Forte-Einsatz im Übrigen wiederum die Tonfolge A-Gis-A anschlägt. Wie der erste und zweite Satz ist auch das lebhafte Finale („Allegro“) in Sonatensatzform angelegt. Ein weit verbreiteter Konzertführer urteilt über diese Sinfonie in lakonischer Kürze: „Ihre vier Sätze gehören zum Schönsten, was der junge Mozart schuf.“

Joseph Haydn
Solokantate »Ariadne auf Naxos«
in der Fassung für Sopran und Orchester von Franz Beyer

Joseph Haydn wurde 1732 in Rohrau (Niederösterreich) geboren. Als Sohn eines Wagenbauers erhielt er ersten Musikunterricht bei seinem Vetter, dem Schulrektor Johann Franck in Hainburg. Später holte ihn der Kapellmeister des Stephansdoms, Georg Reutter, als Sängerknaben nach Wien. Nach dem Stimmbruch musste er sich als Begleiter bei den Gesangsstunden von Nicola Porpora durchschlagen und erhielt hier wahrscheinlich auch Kompositionsunterricht. In den frühen 50er-Jahren des 18. Jahrhunderts entstanden Haydns erste Kompositionen, Kirchenmusik und Divertimenti. 1759 verschaffte ihm Baron von Fürnberg eine Stelle als Musikdirektor des Grafen Morzin in Lukavec bei Pilsen und hier entstand die erste seiner ca. 106 Sinfonien. Nach Auflösung der Kapelle wurde Haydn 1761 neben Gregor Joseph Werner Vizekapellmeister beim Fürsten Esterházy in Eisenstadt. 1766 starb Werner und Haydn wurde sein Nachfolger. 1769 verlegte der Fürst die Residenz nach Esterháza am Neusiedler See und mit ihr die ca. 30 Musiker umfassende Kapelle. 1790 starb Fürst Nicolaus Joseph und sein Sohn Anton löste die Kapelle auf, bewilligte Haydn aber eine Jahrespension von 1400 Gulden, die ihn wirtschaftlich weitgehend unabhängig machte. Haydn zog schließlich nach Wien und reiste zweimal nach London.
Wenn auch Haydn, der Schöpfer der klassischen Sonate, des Streichquartetts und der Sinfonie, für das Gebiet des Liedes nicht dieselbe formbestimmende Bedeutung hat wie für das der Instrumentalmusik, so verdient seine Leistung doch eine weit höhere Schätzung, als ihr immer wieder zuteil geworden ist. Denn an musikalischer Qualität stehen seine Vokalwerke hoch über dem Durchschnitt der Zeit und haben nur in den schönsten Liedern Mozarts ihresgleichen. Haydns frühe Lieder dienten einem gesellschaftlichem, unterhaltenden oder erbauenden Zweck; die späten Lieder dagegen sind autonome Kunstwerke, die um ihrer selbst willen gehört werden wollen wie eine Sonate oder Sinfonie.
Ende des Jahres 1789 komponierte Haydn die italienische Solokantate „Arianna a Naxos“ Hob XXVIb:2 für Singstimme und Klavier- oder Cembalobegleitung. Das vor allem in Opern und Dramen der Barockzeit beliebte antike Sujet um das tragische Schicksal der von Theseus auf der Insel Naxos zurückgelassenen Ariadne (der Tochter des kretischen Königs Minos) hatte im späten 18. Jahrhundert wieder an Popularität gewonnen. Die Kantate wurde vermutlich in Wien mehrere Male erfolgreich in privatem Rahmen vorgetragen. Während Haydns erstem Londoner Aufenthalt sorgte die Kantate für großes Aufsehen. Sie geriet zu einer Sensation und somit zu einem gelungenen Auftakt der Englandreise, der dem österreichischen Musiker sogleich alle Türen der gehobenen Gesellschaft öffnete. Äußerst effektvoll beschreibt die Musik in zwei Rezitativen mit nachfolgenden Arien völlig unterschiedlichen Charakters die Seelenqualen der langsam erwachenden, von Theseus verlassenen Ariadne, wobei sich gerade das erste Largo („Dove sei mio bel tesoro“) stets der besonderen Gunst der Zuhörer erfreute. Die Beliebtheit des Werkes lässt sich an den zahlreichen Druckausgaben und Bearbeitungen für unterschiedliche Besetzungen ablesen, darunter auch mehrere Fassungen mit Orchesterbegleitung.

Wolfgang Amadeus Mozart
Divertimento D-Dur KV 334 (320b) für zwei Violinen, Viola, Bass und zwei Hörner

In den Divertimenti, Kassationen, Serenaden und Notturni, der Serenadenmusik Mozarts, kulminiert die Geschichte einer Reihe von Gattungen gehobener Unterhaltungsmusik des 18. Jahrhunderts, die sich im wesentlichen aus der barocken Suite entwickelt haben. Die formale Offenheit der Suite lebt dabei weiter in der Offenheit der Instrumentation, in der Variation der Anzahl der Sätze und der Art der Besetzungen. In der Regel war dabei der Anlass bedeutsamer als das Werk, so dass diese Musik oft nur einmal aufgeführt wurde. Anders ist dies bei Mozart: Allein die Tatsache, dass fast alle seine Werke dieser Gattungen erhalten geblieben sind, zeigt schon, dass hierbei auch die sogenannte Unterhaltungsmusik einem hohen, vom Publikum ebenfalls anerkannten Qualitätsanspruch unterworfen wurde. Für Mozart waren diese Werke Tummelplätze von Experimenten der verschiedensten Art. Hier war er nicht an traditionelle Satztypen und Formen gebunden und konnte seinem Hang zum Volksliedhaften, zum Marsch und Buffo-Effekt nachgeben und die bunte Fülle der Einfälle ohne Zwang zur Beschränkung spielen lassen.
Das Divertimento reiht im ursprünglichen Sinne eine Anzahl von instrumentalen Tanzsätzen in loser Folge aneinander. Entsprechend seinem eher unterhaltenden Charakter bevorzugt es die solistische Verwendung der Instrumente bei hohen Ansprüchen an die Virtuosität der Spieler. Über die Herkunft des D-Dur-Divertimentos ist man sich nicht ganz so sicher. Mozart nannte es seine Robinig-Musik – die Robinigs von Rottenfeld waren eine wohlhabende Salzburger Familie und Freunde der Mozarts. Es ist sehr wahrscheinlich, dass KV 334 komponierte wurde, um den erfolgreichen Abschluss von Sigismund von Robinigs Studien der Jurisprudenz im Juli 1780 zu feiern. Dieses Werk, das Mozart für Streicher und Hörner schrieb, zeichnet sich durch eine sechssätzige Form aus, deren Rahmen durch ein Sonaten-Allegro am Anfang und ein tänzerisches Final-Rondo gebildet wird. Der zweite Satz wartet mit einem „Thema mit sechs Variationen“ auf und ist voller Schwermut und Verzweiflung. Auch das folgende Menuett ist schmerzlich akzentuiert, nur sein Trio bringt etwas Fröhlichkeit. Das anschließende Adagio verbreitet sehnsüchtige Klänge und das folgende Menuett mit seinen zwei Trios eine robuste und durchaus ernste Stimmung.



Heidi Rogge

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Die Termine

So.

11

Okt.

Kölner Philharmonie | 11.10.2020 | 11.00 Uhr


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Letzte Aktualisierung: 27.09.2020 15:30 Uhr     © 2020 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln