Kölner Philharmonie

Les Musiciens du Louvre

Konzert - Mozart


Christoph Koncz, Violine und Dirigent

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war der Sohn des Violinisten, Komponisten und Lehrers Leopold Mozart. Wolfgang begann als Dreijähriger, Klavier zu spielen und begab sich bereits mit sechs Jahren, gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Nannerl, auf Konzertreisen nach München und Wien. Von 1763 an unternahmen Vater Leopold und Sohn Wolfgang eine dreieinhalbjährige Konzertreise durch Europa, auf der sie große Erfolge feierten. Zwischen 1769 und 1773 folgten weitere Reisen durch Italien, jedoch mit zunehmend weniger Erfolgen. Die Zeiten zwischen den Reisen nutzte Mozart zum Komponieren. Nach 1773 nahm er in Salzburg die Stellen als Hoforganist und Kaiserlicher Kammerkomponist an. Er starb verarmt in Wien am 5. Dezember 1791.

Konzert für Violine und Orchester Nr. 4 D-Dur KV 218
Konzertante Werke, in denen Streichinstrumente solistisch verwendet werden, schrieb Mozart fast ausschließlich in den Jahren zwischen 1773 und 1779, also zwischen der Rückkehr von seiner dritten und letzten Reise nach Italien und der Rückkehr aus Paris. Veranlassung hierfür war ebenso sein Amt als Kammermusikus am fürsterzbischöflichen Hof in Salzburg wie das Drängen seines Vaters, dessen besonderes Interesse der Violine galt, sowie die Beliebtheit konzertanter Musik für Violine in Salzburg. Überdies hatte Mozart in Italien die große Tradition des Violinkonzerts kennengelernt, war bedeutenden Schülern des Meisters Tartini begegnet und hatte in Bologna den damals hochberühmten Böhmen Josef Myslivecek getroffen, der die Gattung des Violinkonzerts besonders pflegte.Das vierte von insgesamt fünf als echt angesehenen Violinkonzerten, das im Oktober 1775 entstand, steht in Beziehung zum Violinkonzert in D-Dur von Luigi Boccherini, das Mozart 1770 in Florenz gehört haben könnte. Die Themen sind nicht einfach übernommen, sondern in Mozartschem Geist verfeinert. Im ersten, in Sonatenform gehaltenen Satz beginnt das Orchester mit einem offiziellen, fanfarenartigen Eingangs-Thema. Das zweite, weich fließende Thema erklingt ebenfalls innerhalb des Vorspiels. Es kontrastiert vor allem durch seine tiefe Lage mit dem gavotteartigen Anfang. Der erste Soloabschnitt wiederholt das erste Thema, schiebt dann aber ein neues, drittes Thema ein, während das ursprünglich zweite Thema nur noch als eine Art Abgesang erscheint. Den Mittelteil beherrschen Figurationen der Solo-Violine, die vor allem auf wirkungsvollen Skalen und gebrochenen Akkorden beruhen. Statt einer regulären Reprise erscheinen die drei Themen in umgekehrter Reihenfolge eher zufällig am Ende. Im zweiten Satz („Andante cantabile“) sind alle melodischen Bildungen aus der kurzen, zweiteiligen Floskel abgeleitet, mit der der Satz beginnt. Der weit gespannte, liedartige Gesang unterliegt zahlreichen Veränderungen. Der Solist wiederholt den Tutti-Abschnitt und bringt wie im ersten Satz ein neues Motiv, aus dem wiederum Variationen gebildet werden. Im dritten Satz verknüpfte Mozart Rondo und Menuett. Das Ritornell besteht aus zwei in Takt und Tempo verschiedenen Abschnitten. Nach dem gavotteartigen Anfang im 2/4-Takt erscheint das Ende in der Form einer Gigue im 6/8-Takt. Den Mittelteil des Satzes beherrscht das „Andante grazioso“ mit der fast automatenhaften Gavotte-Melodik. Im ersten Teil ist außerdem eine damals als „Straßburger“ bekannte Melodie verarbeitet, über die Mozart später einen Kontretanz schrieb (KV 269b). Im zweiten Abschnitt des Mittelteils ahmt die Solovioline die Spielweise einer Drehleier nach, indem sie die G-Saite als Bordunbass anstreicht. Nach Wiederholung des Anfangs schließt der Satz im Pianissimo.

Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219
Das letzte Konzert (KV 219), komponiert im Dezember 1775 in Salzburg, ist zweifellos das reifste und vielschichtigste von Mozarts Violinkonzerten. Der gesteigerte Anspruch und die kompositorische Souveränität machen sich gleich zu Beginn des ersten Satzes bemerkbar. Nach 10 Takten, mitten im lebhaften Tutti, macht Mozart eine Zäsur, indem er kurz einen anderen Ton anschlägt. Sehr einprägsam ist das zweite Thema (eigentlich ist es das erste, denn es hat zuvor noch kein konkretes Thema gegeben). Eine Überraschung stellt der Einsatz der Solo-Violine dar. Hier wechseln Tempo („Adagio“), Bewegung und Ausdruck. Die charakteristische Klang- und Satzart (fließend bewegte Mittelstimmen, Staccato-Bass und Bläserecho) hat Mozart in den langsamen Sätzen der Serenaden und Sinfonien noch mehrmals verwendet. Ihre letzte Ausprägung hat sie in einer ganz anderen Gattung gefunden, nämlich einem Terzett der Oper „Cosi fan tutte“. Der Abschnitt erfüllt ähnliche Funktionen wie die langsame Einleitung mancher Sinfonien. Indem er vorweg ganz andere Ausdrucksregionen streift, bewirkt er die Intensivierung des freudigen „Allegro“. Insofern ist der Adagio-Abschnitt eine Fortsetzung der so plötzlichen Zäsur des Anfangs. Nun erst beginnt der eigentliche Satz. Aus dem Anfang wird nun ein wirkliches Thema, indem die Solo-Violine eine schwungvolle, prägnante Oberstimme präsentiert und dadurch die stereotypen Figuren zur Begleitung degradiert. Im weiteren Verlauf schiebt Mozart neue Motive ein, bevor das aus dem Orchestervorspiel bekannte zweite Thema beiläufig wieder aufgenommen wird. Der zweite Satz ist eine Kombination von Variationen- und Liedsatz. Der Finalsatz stellt abermals eine Verbindung zweier, eigentlich verschiedener Formungsprinzipien dar, die in der Satzüberschrift „Rondeau. Tempo di Menuetto“ genannt sind. Er ist zugleich Rondo und Menuett, und zwar nicht nur der formalen Anlage nach, sondern auch der kompositorischen Gestaltung. An die Stelle des Menuett-Trios tritt hier ein türkischer Marsch, im 2/4-Takt und in der typischen Tonart a-Moll stehend, manches aus dem berühmten „Alla turca“ der Klaviersonate KV 331 vorwegnehmend. Danach wird, bezeichnend für die Menuett-Anlage, der gesamte Anfang bis zum sogenannten „Minore“ wiederholt, variiert zwar, aber ungekürzt. Der verklingende Schluss erhält so eine neue Bedeutung.

Sinfonie B-Dur KV 319
Von den über 50 Sinfonien Mozarts entstand der weitaus größte Teil vor 1774, und diese Werke zeigen auf faszinierende Weise die Auseinandersetzung des jungen Komponisten mit den Vorbildern – die Reiserouten der Mozart-Familie durch Europa haben gerade in dieser Werkgruppe unmittelbar ihre Spuren hinterlassen. Über drei Jahre dauerte jene „Wunderkind-Tournee“ durch ganz Westeuropa, bei der Mozart von seinem Vater nicht nur höchst geschickt gemanagt und präsentiert wurde, sondern die auch unzählige Kontakte, Weltoffenheit und Mozart vor allem unschätzbare musikalische Erfahrungen „vor Ort“ brachte. Viele von Mozarts Sinfonien stellen allerdings Gelegenheitsarbeiten dar und stehen im Stil den älteren Serenaden, Suiten und Ouvertüren nahe. 41 seiner Sinfonien sind erhalten geblieben. Vornehmlich die letzten zehn sind fester Bestandteil der Konzertprogramme.
Zwischen der „Pariser Sinfonie“ aus dem Jahre 1778 und der ersten in Wien komponierten „Haffner-Sinfonie“ von 1782 schrieb Mozart drei sinfonische Werke, darunter die heute zu hörende Sinfonie Nr. 33 B-Dur KV 319. Das Autograph ist auf den 9. Juli 1779 datiert. Leider fehlen im Tagebuch der Komponisten-Schwester Nannerl Eintragungen aus dieser Zeit, auch sonst ist nirgendwo aufgeführt, für welchen Zweck diese Sinfonie geschrieben wurde. Ursprünglich enthielt sie nur drei Sätze, wich also formal vom damaligen Standard der Viersätzigkeit ab; das Menuett fügte Mozart erst später in Wien hinzu, als er im Sommer 1782 einige Konzerte im Augarten gab. Jedenfalls hatte er vor, sie mit fünf anderen Sinfonien 1784 zu veröffentlichen, sie erschien aber erst im folgenden Jahr. Dieses Werk war eine von zwölf Kompositionen, die Mozart dem Fürsten von Fürstenberg „eigenst nur für ihren Hof allein“ anbot. Ein zweifacher Betrug: Das angeblich neue Werk war bereits sieben Jahre alt und sogar schon veröffentlicht worden. Das wurde ruchbar. Trotzdem nahm der Fürst den Standpunkt „noblesse oblige“ ein – und zahlte Mozart das vereinbarte Honorar aus. In der schmalen Orchesterbesetzung ohne Flöten, Trompeten und Pauken gehört die Sinfonie zu den kleineren des Genres. Was aber den strukturellen Wert angeht, weist sie deutlich auf die späteren Meisterwerke des Komponisten. Der erste Satz („Allegro assai“) überrascht durch seine Knappheit und Konzentriertheit. Mozart verzichtet auf eine Wiederholung der Exposition und geht über in eine sehr dichte Durchführung des in der Exposition vorgestellten Materials. Bemerkenswert sind die Klangfarben, die Mozart mit dem schmalen Instrumentarium erzielt. Der zweite, langsame Satz („Andante moderato“) verklammert die liedhafte Dreiteiligkeit mit Elementen der Sonatenform. Ein ausdrucksvolles, sich fortspinnendes Zweitaktmotiv zu Beginn wird wiederholt und durch eine besondere Stimmführung in den Mittel- und Unterstimmen verdichtet. Den ausgedehnten Mittelteil bildet ein eher spielerisches Geigenmotiv mit wiederholten Sechzehntelnoten und deren Varianten, die auch die Holzbläser mit einbeziehen. Neben der formalen Übersichtlichkeit besticht an dem Satz vor allem seine klangliche Süße und Intimität. Das nachträglich eingeführte und knappe Menuett („Menuetto.Trio“) zeigt in Vielem Züge Haydnscher Sinfonik, wirkt aber trotz seiner späteren Entstehungszeit nicht als Fremdkörper innerhalb des Werkes. Dies gilt vor allem deshalb, weil Mozart ein Motiv des Finales schon vorwegnimmt und damit eine zyklische Einheit schafft. Das Finale („Allegro assai“) ist wieder ein Sonatensatz, etwas lockerer als der Kopfsatz und insbesondere von seiner Virtuosität her eindrucksvoll. Hier ist, wie an einigen anderen Stellen des Werkes, das Vorbild für Beethovens achte Sinfonie unübersehbar. Die Exposition wirkt leicht und rondohaft, die Durchführung zeigt ein neues Vierton-Thema. Völlig überraschend ist dann das Ende des Werkes, das mit einem abrupten Schluss aufwartet.



Heidi Rogge

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Letzte Aktualisierung: 01.12.2020 17:31 Uhr     © 2020 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln