Theater Tiefrot

Der Sandmann

Schauspiel - E.T.A. Hoffmann, Bühnenfassung Esin Eraydin

Eine Bühnenfassung der Novelle "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann
von Esin Eraydin
mit Musik und Gesang

E.T.A. Hoffmanns Fragen nach unbewussten und unterdrückten Bedürfnissen im menschlichen Miteinander äußern sich in seiner Erzählung „Der Sandmann“ in einer Auseinandersetzung mit der Beziehung von Mensch und Maschine. Welche Sehnsüchte verbergen sich hinter der Schaffung von künstlichen Menschen? Und was offenbaren sie über unser Verständnis von Geschlechterrollen und Liebe?
Die Auswirkungen der heutigen Technik auf die Jugendlichen sind nicht nur von Vorteil. Die Kinder und Jugendlichen wachsen mit Smartphones und Tabletts auf. Sie werden durch die „technischen Wunder“ wie Facebook, Instagram, Computerspiele in eine unreale Welt hingezogen und werden zu sogenannten„Computer-abhängigen Menschen“. Die Figur Olympiya in E.T.A. Hoffmanns „der Sandmann“ weist auf den „idealen Menschen“, der keine Emotionen hat und vom Professor gesteuert wird. Das Internet und die Technik steuern die Jugendlichen dermaßen, dass sie auf diese Technik angewiesen sind und ohne diese gar nicht mehr in der Lage sind zu leben. Das Ziel dieser Inszenierung ist, die Jugendlichen darauf hinzuweisen, dass all diese erfundenen sozialen Medien eigentlich nur eine Scheinwelt sind. Die Jugendlichen, die unsere zukünftige Gesellschaft ausmachen werden immer mehr von Maschinen abhängig und können ohne diese kaum noch existieren. Diese von der „unglaublichen Technik“ gesteuerten Menschen verlieren immer mehr an Emotionen und Wahrheitsgefühl.
Das Stück soll darauf aufmerksam machen, dass der Mensch kein Roboter wie Olympia ist sondern Gefühle hat, Fehler machen darf und nicht „perfekt“ sein muss. Diese ganzen Medien, die von den Kindern und Jugendlichen wie eine reale Welt angesehen werden, sind eine Imagination die es eigentlich nicht gibt. Die Jugendlichen können ohne diese Technik untereinander kaum noch kommunizieren. Clara steht für die reale Welt und Olympia für die erfundene technische „ideale Welt“. Nathanael ist derjenige, der sich zwischen der realen Welt (Clara) und der erfundenen Welt (Olympia) entscheiden muss. E.T.A. Hoffmanns weltberühmtes Schauermärchen thematisierte schon im 18. Jahrhundert das Verhältnis von Mensch und Maschine.

Der Sandmann, auch Abiturthema 2020/21 in NRW wie schon „Nathan der Weise“, den das Theater Tiefrot im letzten Jahr sehr erfolgreich, allen voran vor Abiturienten aufgeführt hat, soll in der von der Autorin Esin Eraydin eigens für das Theater Tiefrot erarbeiteten Bühnenfassung nicht NUR die Aufmerksamkeit der Schüler auf dieses wichtige Stück Weltliteratur erwecken. Eine für diesen Text von dem russischen Pianisten Daniel Sojunow komponierte Musik wird live zu hören sein und größere Videosequenzen über Realität und Traum werden mit dem Ensemble erstellt; denn das immer wiederkehrende Motiv der Augen steht als wichtiges Symbol für Vermischung von Wirklichkeit und Wahn.





Mit:
Bernd Capitain, Volker Lippmann, Sarah Klose, Esin Eraydin und andere

Regie:
Volker Lippmann

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Letzte Aktualisierung: 28.02.2021 19:30 Uhr     © 2021 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln