Staatenhaus am Rheinpark, Saal 1

Israel Galván: La Consagración de la Primavera

Tanz



Während einer gemeinsamen Probenpause zur Show »La Curva« spielt die Pianistin Sylvie Courvoisier ein paar Takte aus Strawinskys »Le Sacre du Printemps« auf dem Klavier – ein zündender Funke für Israel Galván. Er ist elektrisiert von diesem Stück und es entsteht ein Duett zwischen der Pianistin und dem Tänzer, der auch Musiker ist und ein Meister der verschachtelten Rhythmen des Flamencos. Zusammen gestalten sie ein atemberaubendes Stück, als Teil eines Tanzabends für das Pariser »Théâtre de la Ville«.

Die musikalische Basis ist Strawinskys technisch wie musikalisch anspruchsvolle Fassung für zwei Klaviere, die er wenige Tage vor der legendären Uraufführung der Orchesterfassung zusammen mit Debussy in privatem Kreis vorstellt. Es ist eine große Herausforderung für Sylvie Courvoisier, die Komposition mit dem Pianisten Cory Smythe zu interpretieren und dabei den rhythmischen Puls von Israel Galván mit aufzunehmen. Die »folie à deux« wird so zur »folie à trois« und schließlich zu einer eigenen Komposition, die lose auf »Le Sacre du Printemps« beruht. Dabei wird die enge Struktur jeder Zeile zum Rahmen einer Interpretation, die, obwohl frei, sich immer an Strawinsky ori- entiert. Die Herausforderung geht über das Notenblatt hinaus. Galván übernimmt sozusagen den perkussiven Teil. Im Dialog mit dem Klavier schlägt er den Takt der orchestralen Komposition mit seinen Füßen. Hier ist der Tänzer auch Musiker, ein Schöpfender mit seinem eigenen Instrument.

»Ich liebe es, die Musik zu tanzen, die aus mir kommt, und mich in ein Percussion-Instrument zu verwandeln … Es ist sehr befreiend, nicht einzig und allein Tänzer zu sein«, so Galván. Ergänzt wird »Le Sacre du Printemps« durch zwei Kompositionen von Sylvie Courvoisier.

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Letzte Aktualisierung: 28.02.2021 19:30 Uhr     © 2021 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln