WandelWerk

HERAKLES des Euripides

Herakles | Kunsthaus Rhenania
Foto: André Lehnert
Herakles | Kunsthaus Rhenania
Foto: André Lehnert

Eine theatrale Videoinstallation
Schauspiel - Hansgünther Heyme & disdance project

9 Glotzen - 45 Minuten - 2500 jährige griechische Tragödie

Wir setzen diese antike griechische Tragödie in Szene - in neun Glotzen –. Die Uraufführung dieser Fassung von Hansgünther Heyme basierend auf der Übersetzung Heinrich Bothes, umgesetzt in einer neuen künstlerischen Form, will diesen Schatz der griechischen Antike eindringlich nahe bringen.

Theben. Während Herakles in den Hades hinabsteigt, um ihm den Höllenhund zu entreißen, tötet Lykos Kreon, den rechtmäßigen Herrscher von Theben und schwingt sich selbst zum Tyrannen auf. Nun will er Herakles‘ Frau Megara, ihre Söhne und seinen Ziehvater Amphitryon töten. Der tot geglaubte Held erscheint als Retter in letzter Minute. Doch im Auftrag Heras treibt Göttin Lyssa ihn in den Wahnsinn...

Die Radikalität des euripideischen Textes ist einzigartig. Die Welt der Götter, die attische Demokratie wird hinterfragt – eine neue Welt dämmert und will geformt sein.

Im eigentlich statischen Bühnenbild einer Glotzen-köpfigen Installation, in der die Protagonist*innen allein von Bildschirm zu Bildschirm interagieren, entsteht eine eigenwillige Ästhetik und Erzählweise. Sie sucht den Bogen zu spannen von der tragischen Dichtung vom Fall des Helden zu der ungeheuren Wucht und Brutalität, mit der sich innerhalb weniger Wochen das Leben für die einzelnen Menschen weltweit verändert hat: Unsichtbare Bedrohung. Kollabierende Systeme. Lockdown. Entscheidungen über Leben und Tod. Massengräber. Verschwörungstheorien. Grundrechtsdebatten. Abwägen von Wertigkeiten. Machtverschiebungen. Seltsame Allianzen. Eine sich spaltende Gesellschaft. Die Pandemie offenbart wo unsere Systeme kranken. Was ist systemrelevant? Was und wie gilt es zu schützen? Zurück zur Normalität? Gesellschaftlicher Wandel?

„Die Zuschauer sehen das brutalste Stück der griechischen Antike“ (Heyme)

Regie | Ausstattung | Textfassung Hansgünther Heyme
Autor/ Übersetzer Euripides/ Heinrich Bothe
Konzeption | Produktion André Lehnert + Paula Scherf (disdance project gUG)
Videokunst André Lehnert
Wissenschaftliche Beratung Prof. Hellmut Flashar
Kostümwerkstatt Esther Kusche
Musik & Sounds Ludwig van Beethoven, Volk der Lobi, Emil Lehnert
Herakles André Lehnert
Amphitryon | Theseus Thomas Hupfer
Megara | Iris | Lyssa | Lykos | Bote Paula Scherf
Chor Hansgünther Heyme

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Letzte Aktualisierung: 17.06.2021 08:30 Uhr     © 2021 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln